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Entschuldigt bitte, ich hatte den Artikel gestern schon angekündigt, aber so ist das mit High Need Kind. Ích bin gestern Abend mit eingeschlafen.

Eigentlich wollte ich etwas zum Abstillen schreiben und habe mich vorher kurz mit der Stillberaterin Nina Abel von NatUrvertrauen ausgetauscht. Ich habe sie außerdem auch um ein paar Tipps für euch gebeten. Sie hat mir etwas geantwortet, was mir sehr zu denken gegeben hat und was aber absolut nachvollziehbar ist.

Abstillen, was nicht selbst vom Kind ausgeht, kann niemals sanft erfolgen. Es ist – so hart es klingt – immer erzwungen. Egal wie lange wir im Internet suchen, wir werden keine Methode finden, die ohne Tränen und Verzweiflung (im schlimmsten Fall bei Mutter und Kind) ablaufen wird.

Nina rät hier erst einmal den Grund des (einseitigen) abstillens herauszufinden. Bei den meisten Müttern ist es die Hoffnung, dass das Baby/Kind endlich durchschläft bzw. einmal länger als nur 1-2 Stunden am Stück. Dieser Wunsch ist durchaus verständlich, denn auch wenn wir bequem im liegen stillen können, wird man meistens ja doch mit wach, wenn das Kleinkind sich mal wieder selbst bedient. (Ich werde jedes mal wach, da Lotta (19 Monate) mittlerweile immer laut “Milch” schreit, wenn sie an die Brust möchte- sie ist so dezent)

Ich verstehe jede Mutter die, je älter das Kind wird, gerne abstillen möchte. Schlafentzug ist auf Dauer wirklich alles andere als schön. Die Frage ist natürlich, ob der gewünschte Effekt wirklich eintritt. Zumal, die Zeit in der das Abstillen erfolgen soll, ebenfalls nochmal an den Kraftreserven zehren kann. Natürlich gibt es auch Kinder, bei denen kein oder nur kurz Theater gemacht wird. Jedes Kind reagiert da unterschiedlich.

Ich denke das gerade High Need Kinder das Stillen einfach noch sehr brauchen, daher bitte ich euch, wirklich nochmal in euch zu gehen und auf euren Mutterinstinkt zu hören. Wenn ihr fest davon überzeugt seit, dann stillt ab. Wenn ihr euch unsicher seit, dann haltet noch etwas durch.

 

Hand auf dem Fuss

Nichtsdestotrotz will ich euch ein paar Tipps geben, wie das Stillen, vor allem nachts, entspannter werden kann:

  1. Versucht das Stillen wieder zu genießen. Denkt dabei an den Geburtstag eures Babys, wie klein, und unschuldig es das erste mal in eurem Arm lag. Verbindet das Stillen mit schönen Erinnerungen. Und denkt immer daran, ihr seid die Einzigen, die das eurem Kind geben können.
  2. Wir können den Schlaf nicht erzwingen. Wenn das Kind noch nicht bereit ist zum durchschlafen, dann wird es auch (in der Regel) nach dem einseitigen Abstillen dazu nicht in der Lage sein. Durchschlafen hat etwas mit Hirnreife zu tun. Führt euch immer vor Augen, dass eure Milch zum Gehirnwachstum beiträgt und es nur noch eine Frage der Zeit ist.
  3. Auch wenn ihr durch das Stillen mal genervt seid, versucht es nicht nach außen zu tragen. Schlafen sollte nicht mit einem schlechten Gefühl verbunden werden. Damit keine schlechten Einstellungen mit dem Schlafen verbunden werden. Lieber einmal mehr tief durchatmen.
  4. Viele High Need Babys brauchen nicht nur Hilfe beim Einschlafen, sondern auch Hilfe während sie schlafen. Das bedeutet, versucht bereits schon die Anzeichen zu deuten, kurz bevor sie die Brust verlangen. Hier muss man ausprobieren, einem Kind hilft es, wenn man mit leichten Druck die Hand auflegt, oder es eng umschlungen fest hält, leises Summen, weiße Geräusche (hier gibt es auch eine App die sich white noise nennt.)
  5. Unsere Kleinen Entdecker sind tagsüber zu beschäftigt um zu stillen. Nachts sind wir in unmittelbarer Nähe und da ist es naheliegend, dass sie sich das holen was sie tagsüber verpasst haben. Nutzt kurz vor dem Schlafen gehen nochmal etwas Zeit um zu stillen. Tankt quasi nochmal die Akkus für eure Kinder auf. (Es ist ein großer Unterschied zum Einschlafstillen!) Bewusst vor dem zu Bett gehen noch einmal stillen.
  6. Mehr Berührungen und Kuscheleinheiten über den Tag. Genau wie beim Stillen, verringert sich auch diese Zeit wenn unsere Babys kleine Abenteurer werden. Wieder mehrmals in die Arme nehmen, Körperkontakt bewusst suchen. Das lädt ebenfalls die Akkus für die Nacht auf.
  7. Wenn ihr ins Bett geht, weckt euer Kind um es noch einmal an der Brust trinken zu lassen. Die meisten von uns müssen neben ihrem Kind liegen bleiben und kennen es gar nicht mehr, etwas später ins Bett zu gehen. Wenn ihr nicht sofort mit einschlaft, dann weckt es auch wenn ihr daneben liegt und vor habt ebenfalls zu schlafen oder wenn ihr nachts wach werdet. Ihr kommt eurem Kind somit etwas zuvor und könnt die “Aufwachzeit” etwas nach hinten schieben.
  8. Mit 18 Monaten haben Kinder die Fähigkeit einfache Sätze richtig zu verstehen. Wenn du dir wirklich sicher bist das du nicht mehr stillen willst, dann sei ehrlich. Keine Tricks. Sage ehrlich das du nicht mehr möchtest. Sage deinem Kind abends das der Busi, die No No´s, Nummies oder wie sie sonst noch heißen, jetzt auch müde sind und schlafen wollen und dein Kind am morgen wieder trinken darf. Das die Brust jetzt auch schlafen geht, sollte einer der letzten Sätze sein, die dein Kind abends zu hören bekommt. Es wird hier auch Tränen geben und es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis das Früchte trägt.
  9. Den Papa das Kind zu Bett bringen lassen. Für viele undenkbar, auch bei uns endet sowas in großem Gebrüll. Jedoch ist das Kind hier ebenfalls bei einem liebenden Elternteil. Das ist ein großer Unterschied zum alleine in den Schlaf schreien lassen oder bei einer anderen Person schreien zu lassen. Der Vater muss dem natürlich auch stand halten können und wirklich ruhig bleiben. Ruhe ausstrahlen, geduldig und weiterhin liebevoll das Weinen begleiten. Und wir Mütter müssen das aushalten können- das ist mit das Schwierigste. Unser Gefühl muss uns sagen, das es richtig ist und wir dem Papa da vertrauen können.
  10. Die Brust gut verpacken, unsere Kinder riechen die Brust. Ein dünnes Trägershirt reicht hier nicht. Nehmt euch einen bequemen Still BH ohne Bügel, ein Trägershirt oder Tanktop und wenn es nicht zu warm wird noch ein Langarmshirt. Wer hat, legt sich noch zwei Stilleinlagen in den BH und deckt sich gut zu.

Jede Familie, muss für sich entscheiden, was für sie passt. Ich verurteile niemanden, der wegen Schlafmangel oder ähnlichem abstillen möchte. Ich bin manchmal auch ziemlich genervt aber ich bin noch nicht bereit für den Schritt. Also hört in euch rein und vertraut auf euer Gefühl.

Gerne dürft ihr mich auch noch spezifischer fragen oder euch aber auch an Nina von NatUrvertrauen wenden. (Momentan findet ihr sie jedoch nur bei Facebook unter NatUrvertrauen).

Ich hoffe das es einigen etwas hilft.

Liebe Grüße

Nadine

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