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Wir kennen es alle, nicht nur Eltern von High Need Kindern. Man fühlt sich wie ein Gummiband, oft bis zum zerreißen gespannt. Wenn man ein Gummiband in beiden Händen hält und jeweils daran zieht, dann fühlt und sieht man diese Spannung. Wenn man nun noch eine dritte Hand hätte, dann könnte man in der Mitte fühlen, wie dünnhäutig dieses Gummiband geworden ist. Dehnt man das Gummiband mehrmals hintereinander so stark, dass es kurz davor ist zu zerreißen, dann leiert es aus und findet nicht wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Das ist anstrengend, macht angst und lässt uns manchmal verzweifeln. Wir haben Angst davor nicht wieder in unsere Ursprungsform zurück zu finden oder sogar gänzlich zu zerreißen.

Diese Angst ist verständlich und menschlich…

In meinen Beratungen werde ich oft gefragt wann es besser wird, ob ich ungefähre Zeitangaben machen kann. Oder wie es bei mir und Lotta gewesen ist und ab wann es da ungefähr besser geworden ist. Natürlich kann ich das nicht sagen, da es keine zeitlichen Abschätzungen gibt. Jeder Mensch ist individuell. Ich tue mich auch schwer damit zu sagen: „Es wird besser!“ Ich sage lieber „Es wird leichter.“ Und das hat einen ganz bestimmten Grund.

Gedehnt zu sein wie ein Gummiband… etwas Gutes?!

Genau dieses „ausdehnen“ der Eltern ist das was unsere (High Need) Kinder brauchen. Das mag sich gerade sehr ungewöhnlich anhören. Warum sollte es gut sein? Sich langfristig, so gedehnt wie ein Gummiband zu fühlen?

Unsere Kinder bringen uns, durch ihr forderndes Verhalten, dazu unseren Horizont zu erweitern. Unsere Ansichten und (Wert)Vorstellungen, unsere Erfahrungen und unsere Prioritäten zu revidieren (prüfen und berichtigen). Sie bringen uns so sogar dazu unsere Karrieren zu ändern, bzw. dazu Karriere zu machen. Und um unsere Denkweise über Babys reifen und wachsen zu lassen. Um (wieder) flexibel und kreativ zu werden, wie wir es uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorstellen können.

Haltung verändert alles

gedehnt wie ein gummiband

Dein Alltag ist ihre Kindheit

Wir haben die Wahl. Auch wenn manche von uns keine Hilfe von den eigenen Eltern oder denen des Partners, Freunde oder durch den Partner selbst haben, haben wir die Wahl.

Wir können unsere inneren Ressourcen nutzen. Innere Ressourcen hat jede Mutter. Das sind die kleinen Impulse, die uns dazu bringen, nach nur 2 Stunden Schlaf und Dauerstillen oder Fläschchen füttern, morgens aufzustehen und den Alltag so gut zu bestreiten, wie es eben möglich ist. Solange diese Ressourcen da sind, haben wir die Möglichkeit zu wählen. (Sollten keinerlei dieser Ressourcen mehr vorhanden sein, ist es an der Zeit sich ärztliche Hilfe zu suchen.)

Wir können wählen ob wir dieses Gummiband bleiben, unsere Form verlieren und irgendwann reißen. Das bedeutet, wir sind dauergenervt und gestresst und empfinden den kleinsten Konflikt als Belastung und büßen immer mehr unserer Lebensqualität ein. Oder aber wir werden stark wie ein Muskel. Wir bauen Schritt für Schritt unsere Stärken auf. Nehmen die Herausforderung an, neue Fähigkeiten zu erlernen und alte Fähigkeiten zu erweitern. Wir sagen JA zur unserer Weiterentwicklung. Ja, wir müssen weiterhin elastisch und flexibel wie ein Gummiband bleiben, aber wir werden nicht mehr zum zerreißen gespannt sein und kommen auch immer wieder in unsere Form zurück.

Elastisch und flexibel in den „Momentsituationen“. Die Situationen, die sofortige Abwägung, Entscheidung und Erfüllung bei wichtigen, fordernden Bedürfnissen von (High Need) Kindern erfordern. Stärke um bei uns und unserem Kind zu bleiben. Uns zu behaupten in einer Gesellschaft die es nicht zulässt aus dem Rahmen zu fallen.

ABER… bitte um Hilfe, wenn du die Möglichkeit dazu hast. Es zeigt ebenso von Stärke, um Hilfe zu bitten. Es ist keine Schande und manchmal einfach bitter nötig. Und wenn es nur ein “auskotz” Post über das Internet ist.

Mutter sein, ist der stressigste Job, den wir jemals haben werden

Natürlich ist Mutter sein, nicht nur ein Job. Bitte hier nicht falsch verstehen. Ich möchte damit nur verdeutlichen, wie Intensiv diese Aufgabe ist. Mutter sein ist ständig… bleibend, für immer. Und das ist gut, so soll es sein. Wir werden niemals aufhören Mutter zu sein, wenn wir erstmals ein Kind empfangen haben.

Und es soll auch so sein, dass es anstrengend ist und uns oftmals an unsere Grenzen bringt. Ohne Herausforderungen wächst niemand in seinem Leben. Und all die schönen und anstrengenden Situationen und Momente die wir er- und durchleben, lassen uns wachsen.

Der Schlüssel ist stark zu werden wie ein Muskel und nicht überdehnt wie ein Gummiband. Und die Einsicht, dass dein Leben niemals wieder so sein wird wie früher. Und das ist wunderbar. Dein Leben ist nun immer voller Überraschungen, neuen Blickwinkeln, Fantasie und Kreativität. Besser geht es doch nicht oder?

Perspektivwechsel

Wir nehmen High Need sehr oft als sehr anstrengend wahr und hoffen täglich darauf das es besser wird. Wir haben theoretisch ein negativ angehauchtes Bild von diesen ständigen fordernden Bedürfnissen aber in Wirklichkeit sollten wir es nicht so negativ sehen. Wer meine Artikel liest, dem mag aufgefallen sein, dass ich bisher noch nichts negatives darüber geschrieben habe und das aus gutem Grund. Sicher sind wir alle müde und leiden an dem chronischen Schlafmangel und werden auch manchmal ärgerlich wenn wir keine Pause oder Auszeit nehmen können. Aber unsere Kinder sind, jedes für sich: einzigartig, intelligent, kreativ und einfach nur faszinierend und anspruchsvoll. Unser Leben wird niemals langweilig werden mit genau diesen Kindern.

Sie lehren uns Geduld, sie fordern uns heraus mehr von ihnen zu lernen. Mehr über uns zu lernen. Neue Wege zu finden und diese zu gehen. Auch wenn diese Wege zuvor noch von keinem anderen betreten worden sind. Sie lehren uns mit ihren Forderungen umzugehen.

Wir müssen weg von dem Denken, dass sich unsere Kinder mehrere Stunden am Tag selbst beschäftigen können müssen. Stattdessen müssen wir wieder lernen die viele Zeit, die wir mit ihnen verbringen müssen, zu genießen. Ich schreibe hier bewusst „müssen“ denn einige von uns haben keine Hilfe von Angehörigen oder Freunden. Sie können keine Auszeit nehmen. Es ist wahrhaftig nicht böswillig gemeint oder abwertend. Aber das verdeutlicht das Ausmaß, wie sehr es manchen an Hilfe fehlt. Und man kann diese Situation nur ändern, indem man seine Sichtweise ändert. Empfinde ich die viele Aufmerksamkeit, die mein Kind möchte, als anstrengend, so wird es das auch sein.

Fragt euch einfach mal selbst, ob einige fordernde Bedürfnisse wirklich aufgehört haben, oder ob es lediglich leichter geworden ist, weil ihr an Stärke gewonnen habt.

Es ist wie beim Sport. Muskeln baut man auf, wenn man bei jeder Einheit noch ein bisschen länger, über das Muskelbrennen hinaus, durch hält.

Mit jedem Tag, den wir unser Kind begleiten und mal wieder an unsere Grenzen kommen werden wir Stärker und unsere Fähigkeiten wachsen.

Auch wenn es nicht so scheint, aber mit jedem Tag wird es leichter, denn ihr werdet stärker sein als den Tag zuvor.

*** Kleiner Nachtrag***

Mit diesem Beitrag nehme ich am scoyo ELTERN! blog Award 2017 teil.

“Endlich geht’s weiter!!! Nach dem Auftakt 2016 mit vielen tollen Texten prämieren wir in unserer zweiten Auflage des scoyo ELTERN! Blog Awards wieder die liebevollsten, witzigsten, beliebtesten, kreativsten, hilfreichsten, ehrlichsten … Geschichten und Ideen aus dem Alltag mit Kindern.” Auszug aus dem scoyo Eltern Blog

Zum zweiten mal wählt scoyo 13 Blogbeiträge aus, die dann von Euch gevotet werden können. Ihr könnt durch das Voten ebenfalls tolle Preise gewinnen. Eine tolle Idee mit klasse Chancen für Newblogger 🙂

gedehnt wie ein gumminand

DU BIST DIE GANZE WELT FÜR DEIN KIND

Bilder von Pixabay

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