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Als Erstlingsmama … will man sein Kind (vorerst) immer halten

bzw. Erstlingseltern fällt es uns vielleicht gar nicht sofort auf, dass sich das Baby nicht ablegen lassen will. Schließlich sind wir am Anfang unglaublich viel mit kuscheln, anschmachten und verliebt sein und natürlich halten beschäftigt. Wir wollen den neuen Erdenbürger sowieso am liebsten andauernd bei uns haben.

Aber irgendwann kommt der Alltag, bzw. der Wunsch oder das Pflichtgefühl wieder den Alltag zu meistern und obwohl wir Mamas uns wirklich die 8 Wochen Mutterschutz nehmen sollten… tun wir das nicht.

Meine Hebamme sagte mir mal:

“Nadine, es heißt nicht umsonst Wochenbett! Bleibe im Bett und kuschele, schmuse, stille im Bett.”

Bindung und Nähe

viel Hautkontakt ist wichtig

Natürlich können wir nicht 8 Wochen durchgehend im Bett liegen bleiben, ein bisschen Bewegung brauchen wir um den Kreislauf in Schwung zu kriegen. Aber mal ehrlich, eigentlich müssten wir es ausnutzen, denn wir und auch das Baby brauchen diese Zeit. Die Zeit, um uns kennen zu lernen, Haut an Haut, Herzschlag, Stimme, alles was das Baby von innen kennt, muss es nun auch von der anderen Seite aus kennen lernen. Wir sollten zusammen ankommen, im neuen Leben als Familie.

Wir kommen also viel zu schnell wieder in den Alltag an- obwohl wir (zumindest wir Mütter) viel mehr Zeit hätten eben genau diesem zu entkommen.

Was würde denn so schlimm sein, wenn wir 8 Wochen einfach mal alles ausblenden? Der Haushalt läuft uns nicht weg. Warum können wir das nicht? Ich habe mittlerweile vermehrt das Gefühl- auch bezogen auf andere Dinge- dass von uns eigentlich immer das Äußerste verlangt wird. Wir müssen nur noch funktionieren, wir haben kaum noch Zeit für das wesentliche.

Ich war genauso, ich habe eine Woche nach der Geburt schon wieder den Laptop aus der Firma geholt und ich bereue es. Zumal es mir keiner gedankt hat, ganz im Gegenteil- in einigen Wochen werde ich aufhören im Büro zu arbeiten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Aber ich habe gelernt, ich habe gelernt langsam zu sein. Hektische Momente gibt es natürlich noch immer hin und wieder, jedoch nicht im Zusammenhang mit Lotta. Sie bekommt jegliche Zeit die sie benötigt und ich sehe hin. ich sehe nicht auf die Uhr und denke an den Termin zu dem ich sehr wahrscheinlich zu spät komme, ich sehe die Blume am Straßenrand, oder den Frosch der mein Kind gerade so sehr fasziniert. Diese kleinen Momente sind unser dauerhaftes “Wochenbett”.

Hierzu habe ich eine kleine Buchempfehlung für euch:

Slow Family von Nicola Schmidt und Julia Dibbern

Slow Family

Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern

Das Wochenbett…

ist so wichtig für unsere Babys. Wir merken in den 8 Wochen recht schnell, dass sich unsere Kleinen nicht oder nur unter großen Protest ablegen lassen.

“Ich musste immer warten bis Lotta fest eingeschlafen war, um sie dann dem Papa in den Arm zu legen, damit ich schnell duschen konnte,”

Unser High Need Babys

Lotta Luise

Schon nach kurzer Zeit…

kann dieses fordernde, aber durchaus natürliche, Verhalten sehr an den Kräften zerren. Ein Tragetuch kann hier schon sehr hilfreich sein, dennoch fragen sich viele Eltern warum es nicht ohne geht. Zumal man als Mama oder Papa auch nicht wirklich viel Schlaf bekommt, wenn man die Nacht hüpfender Weise auf dem Petzi Ball verbringt.

Vollzeittragling

Lotta hat das erste Jahr im Tragetuch gelebt

Überlebenswichtiges Grundbedürfnis

Nähe zu bekommen, ist kein Verwöhnen, es ist Überlebenswichtig. Es gibt keine humane Methode um das zu ändern. Es gibt keine Lösung für dieses (artgerechte) Bedürfnis.

Ein High Need Baby nicht durchgehend Nähe zu geben ist wie einem Hund das Bellen zu verbieten – es ist unmöglich.

Jedes einzelne Kind was auf die Welt kommt, ist anders. Ein Individuum, aber eines haben sie alle gemeinsam, sie brauchen die Nähe und Liebe ihre Bezugsperson.

High Need Babys müssen einfach die meiste Zeit unsere Nähe spüren und gehalten werden um sich emotional sicher und erfüllt zu fühlen. Ohne uns, ihren Eltern oder Bezugsperson fühlen sie sich leer und unvollständig. Es fehlt ihnen etwas.

Es gibt keinen guten Weg um das zu ändern.

Zurück zum Wochenbett…

Ich habe mein Wochenbett längst nicht so genutzt, wie es vorgesehen war und von meiner Hebamme empfohlen wurde. Ich werde also nie erfahren, ob Lottas Bedürfnisse nach intensiven nutzen des Wochenbettes noch genauso fordernd gewesen wären wie jetzt.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr euer Wochenbett intensiv genutzt? Oder kam der Alltag schneller zurück als gedacht?

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